Magnesium bei Diabetes: wie die Einnahme von Magnesium helfen kann

In Deutschland sind zum aktuellen Stand (2018) 6 Millionen Menschen von Diabetes betroffen – wobei jeder fünfte noch gar nichts von seiner Erkrankung weiß.

Magnesiummangel ist auch unter Nicht-Diabetikern ein sehr weit verbreiteter Mineralstoffmangel. Diabetiker haben jedoch ein nochmals erhöhtes Risiko für Magnesiummangel im Vergleich zu Menschen ohne diese Erkrankung.

In diesem Artikel erklären wir Ihnen, warum dies der Fall ist und wie sie sicherstellen können, dass sie ausreichend Magnesium zu sich nehmen – sei es durch Nahrung oder durch Nahrungsergänzungsmittel.

Sie wissen wahrscheinlich bereits, dass Menschen Diabetes Typ 2 ihren Lebensstil und ihre Ernährungsweise an ihre Erkrankung anpassen müssen.

Haben sie aber auch schon gewusst, dass Diabetes zu einer ganzen Reihe an Nährstoffmängel führen kann, die es wiederum ihren Körper erschweren, ihren Blutzuckerspiegel konstant zu halten? Ein Teufelskreis.

Menschen Diabetes tendieren insbesondere zu einem Magnesiummangel.

Die Wirkung von Magnesium in unserem Körper

Magnesium ist ein Mineralstoff, der eine wichtige Rolle in mehr als 300 (Enzym-)Reaktionen im Körper spielt.

Des Weiteren ist Magnesium bei der Produktion von Proteinen beteiligt und ist wichtig für die Funktion und Schutz von Muskeln und Nerven. Gerade bei Wadenkrämpfen denkt man als erstes an einen akuten Magnesiummangel.

Auch für einen erholsamen Schlaf – ein nicht zu vergessender Faktor für eine allgemeine Gesundheit – ist eine ausreichende Versorgung mit Magnesium von Vorteil.

Besonders relevant für Menschen, die unter Diabetes leiten, ist die Beteiligung von Magnesium an der Regulation des Blutdrucks und des Blutzuckerspiegels. Dies sollte ihnen klarmachen, wie wichtig eine ausreichende Versorgung mit Magnesium ist bzw. wie drastisch die Auswirkungen eines Magnesiummangels auf die Diabeteserkrankung sein können.

Der Zusammenhang zwischen Diabetesrisiko und Magnesiummangel

Wie Studien in der Vergangenheit gezeigt haben, besteht ein direkter Zusammenhang zwischen einem Magnesium-Mangel und Insulin-Resistenz.

Insulin-Resistenz bedeutet, dass die Zellen nicht mehr auf das im Blut befindliche Insulin reagieren. Dies wäre aber wichtig, dass der Zucker aus dem Blut in die Zellen hineingelangen kann, wodurch der Blutzuckerspiegel sinken würde und der Zucker in den Zellen in Energie umgewandelt würde. Insulin-Resistenz stellt bereits die Vorstufe zum manifesten Diabetes Typ 2 dar.

Auf der anderen Seite ist eine erhöhte Aufnahme von Magnesium mit einem erniedrigten Risiko für diese chronische Erkrankung verbunden.

Nach aktueller Studienlage kann das Risiko, an Diabetes zu erkranken, bereits durch eine tägliche Einnahme von 100 mg Magnesium um 15 % gesenkt werden. Mich persönlich würde interessieren, ob eine höhere Dosierung nicht noch deutlich effektiver wäre.

Weitere Studien, die untersuchen, inwiefern man Diabetes durch eine Nahrungsmittelergänzung mit Magnesium vorbeugen kann, werden zurzeit und in Zukunft durchgeführt.

Zu der Frage, wie sich eine Ergänzung mit Magnesium bei bereits vorhandenem Diabetes auf die Erkrankung auswirkt, gibt es leider insgesamt weniger Studien.

Eine Studie von 2015 konnte aber bereits zeigen, dass Menschen mit Diabetes, welche zusätzlich mit Magnesium ergänzen, weniger Komplikationen wie beispielsweise Herzerkrankungen aufweisen. Dies ist insofern bemerkenswert, dass Menschen mit Diabetes zweimal häufiger an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden als Menschen ohne Diabetes.

Warum Diabetiker zu Magnesiummangel neigen

Bei dieser Fragestellung spielen die Nieren eine Schlüsselrolle. Unsere Nieren sind wichtige Ausscheidungsorgane, welche unter anderem die Aufgabe haben, die Konzentration von Magnesium in unserem Blutspiegel zu regulieren. Es konnte jedoch gezeigt werden, dass Menschen mit Diabetes zu erhöhter Ausscheidung von Magnesium über den Urin neigen.

Diese Tatsache lässt sich folgendermaßen erklären: Menschen mit Diabetes neigen zu erhöhten Blutzuckerspiegeln. Dies führt zu erhöhter Ausscheidung des Blutzuckers über den Urin. Dabei geht aber gleichzeitig auch das Magnesium verloren. Aus dem gleichen Grund führen auch Entwässerungstabletten zu einem Magnesium-Mangel.

Auch ältere Menschen haben ein erhöhtes Risiko für Magnesiummangel. Denn mit dem Alter lässt die Produktion von Magensäure nach, was dazu führt, dass Magnesium aus der Nahrung schlechter aufgenommen werden kann.

Aus dem gleichen Grund besteht für ältere Personen auch ein erhöhtes Risiko für Vitamin B12-Mangel, denn auch das Vitamin B12 wird im Alter schlechter über den Darm aufgenommen, weil der sogenannte Intrinsische Faktor im Magensaft abnimmt, der aber zur Aufnahme von Vitamin B12 im Darm erforderlich ist.

Woran man einen niedrigen Magnesiumspiegel erkennen kann

Zu den frühen Anzeichen und Symptomen von Magnesiummangel gehören Übelkeit, Schwäche und Appetitverlust.

Bei zunehmendem und stärkerem Magnesiummangel kommt es dann schwerwiegenderen Symptomen oder zu anderen Gesundheitsproblemen.Hierzu gehören Muskelkrämpfe, Muskelzittern erhöhter Puls, Herzrhythmusstörungen sowie Taubheitsgefühlen.

Einige Auswirkungen betreffen auch unser Gehirn, wo es zu Verwirrtheit und schlechter Gedächtnisleistung führen kann.

Den Mineralmangel im Blut nachzuweisen, stellt sich als nicht ganz so einfach heraus. Denn nur ein Prozent des gesamten Magnesiums in unserm Körper ist in unserem Blut enthalten; der Rest ist in unseren Knochen sowie im Inneren unserer Zellen enthalten.

Dennoch ist die Messung der Magnesiumkonzentration im Blutserum der am weitesten verbreitete Weg, auf Magnesium zu testen. Die Normalwerte der Serum Konzentration liegen zwischen 0,75 und 0,95 Millimol pro Liter - alle Werte darunter werden als Magnesiummangel gewertet.

Magnesium aus der Nahrung

Sie können Ihren Magnesiumspiegel erhöhen, indem sie besonders viele Lebensmittel essen, die reich an Magnesium sind. Die empfohlene Tagesmenge bei Frauen im Alter zwischen 19 und 30 Jahren bei 310 mg Magnesium, bei Männern im gleichen Alter bei 400 mg Magnesium Tag. Mit zunehmendem Alter steigt auch der tägliche Bedarf entsprechend.

Übrigens: ein Mitgrund für den häufigen und weit verbreiteten Magnesiummangel liegt darin begründet, dass unsere Böden mittlerweile durch den starken landwirtschaftlichen Gebrauch sehr stark „ausgewaschen“ sind und somit viel weniger Magnesium enthalten als früher. Dies hat natürlich auch zur Folge, dass die Pflanzen, die hier angebaut werden, weniger Magnesium enthalten.

Um ihren Magnesiummangel auszugleichen, sollten Sie die folgenden Nahrungsmittel vermehrt zu sich nehmen. Im Allgemeinen kann man sagen, dass Nahrungsmittel, welche reich an Ballaststoffen sind, tendenziell auch mehr Magnesium enthalten.

Da Nahrungsmittel mit vielen Ballaststoffen auch den Blutzuckerspiegel nicht allzu stark erhöhen, sind diese für Menschen mit Diabetes also in zweierlei Hinsicht empfehlenswert. Sowohl der Blutzuckerspiegel als auch der Magnesiumspiegel profitieren hiervon.

Hier die versprochenen Lebensmittel, die auf ihren Speiseplan setzen sollten:

Grünee Blättergemüse, wie Spinat und Grünkohl: Eine ½ Tasse Spinat enthält 20 % Ihres Tagesbedarfs an Magnesium.

Samen: Kürbiskerne, Sonnenblumenkerne und Leinsamen sind sehr empfehlenswert für Diabetiker.

Süßkartoffeln: Diese orangefarbenen Kartoffeln enthalten 33 mg Magnesium und haben außerdem mehr Ballaststoffe als normale weiße Kartoffeln. Möchten Sie vielleicht bereits heute Abend ein Süßkartoffelrezept zum Abendessen vorbereiten?

Mandeln und Cashews: Bereits 25% von jedem enthält ca. 20 % Ihres täglichen Bedarfs. Achten Sie jedoch darauf, nicht zu viele Nüsse zu essen, da diese sehr kalorienreich sind.

Vollkorn: Ziehen Sie in Erwägung, zwei Scheiben Vollkornbrot (12 Prozent Ihres täglichen Bedarfs) mit Erdnussbutter o.ä zum Frühstück zu essen - oder ½ Tasse brauner Reis (11 Prozent) als Beilage für Ihr Mittag-oder Abendessen.

Linsen und Bohnen: Achten Sie auf hier darauf, nicht zu viel zu essen. Eine ½ Tasse enthält etwa 15 Gramm Kohlenhydraten. Es ist wichtig, auf die Gesamtmenge der Kohlenhydrate zu achten, wenn man es mit Diabetes zu tun hat, weil die Kohlenhydrate direkt in den Blutkreislauf gelangen und somit das Risiko von erhöhten Blutzuckerspiegeln steigern.

Magnesium durch Nahrungsergänzungsmittel

Falls es ihnen nicht gelingt, ihren Bedarf an Magnesium allein durch Lebensmittel erfüllen, dann ist die Antwort eindeutig: ja. Eine Studie von 2015 konnte zeigen, dass eine Ergänzung mit Magnesium in den allermeisten Fällen positive Auswirkungen auf die Diabeteserkrankung und die damit verbundenen Symptome hatte.

Welches Magnesium sollten Sie wählen?

Es gibt sehr viele unterschiedliche Arten an Magnesium-Verbindungen, die sich vor allem darin unterscheiden, wie sie im Darm resorbiert werden. Eine kleinere Studie konnte nachweisen, dass Magnesiumlaktat und Magnesiumcitrat besser absorbiert werden als andere Magnesiumverbindung wie z.B. Magnesiumsoxid. In unserem werden sie aber alle in das gleiche Magnesium umgewandelt.

Die Einnahme von Magnesium-Präparaten ist übrigens sicher und unbedenklich, da eine Überdosierung nicht möglich ist. Erhöhte Mengen, welche unser Körper nicht benötigt, können nämlich einfach über den Urin wieder ausgeschieden werden.

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