Pflanzliche Mittel gegen Arthrose und rheumatoide Arthritis in den Fingergelenken

Die richtigen Mittel können helfen, ihre Schmerzen zu reduzieren.

Wie viele andere Menschen mit Gelenkschmerzen erwägen sie vielleicht ebenfalls, Vitamine oder andere Mittel einzunehmen, um ihre Schmerzen zu lindern. In der Tat gibt es einige pflanzliche Mittel, die bei Arthrose (Osteoarthritis) oder rheumatoider Arthritis (nicht nur in den Fingergelenken) eingesetzt werden und teilweise erhebliche Schmerzlinderung versprechen.

Das Problem ist jedoch, die Spreu vom Weizen zu trennen. Denn längst nicht alle Mittel, die zur Linderung oder gar Heilung beworben werden, erfüllen ihre Versprechungen. Einige davon können sich sogar als schädlich erweisen.

Deswegen sollten Sie sich bei jedem Mittel die folgenden Fragen stellen:

  • Gibt es wissenschaftliche Studien, die das Versprechen untermauern?
  • Handelt es sich um eine angeblich geheime Formel, welche wissenschaftlich nicht untersucht ist? Davon sollten Sie unbedingt die Finger lassen!
  • Ist das Produkt von einem bekannten großen Hersteller?
  • Welchen strikten Qualitätskontrollen unterliegt das Produkt?
  • Kann ich das Produkt über mehrere Wege wie beispielsweise Apotheker, Onlinehandel etc. beziehen?

Empfehlungen von Dr. Sharon Plank

Ich möchte gerne Dr. Sharon Plank, eine renommierte Ärztin von der Universität Pittsburgh, zitieren - was übrigens nicht das letzte Mal in diesem Artikel der Fall sein wird:

„Bei einer Therapie von Arthrose oder Arthritis muss immer der gesamte Körper miteinbezogen werden“, sagt Sharon Plank.

„Die Auswirkungen des Lebensstils auf die Erkrankung sind enorm. Bei Übergewicht sollte unbedingt eine Gewichtsreduktion in Angriff genommen werden. Regelmäßige Übungen und Bewegungen helfen außerdem dabei, Muskeln zu stärken und Gelenke beweglich zu halten. Bei der Ernährung ist zu beachten, dass diese bereits vorhandene Entzündungen nicht weiter fördert. Stattdessen sollte die Ernährung anti-entzündliche Nährstoffe wie beispielsweise die so wichtigen Omega-3-Fettsäuren enthalten“.

Gegen die Gelenkschmerzen können natürlich Schmerzmittel eingesetzt werden. Viele Leute profitieren jedoch noch viel mehr durch bestimmte Nahrungsergänzungsmittel, welche nicht nur die Symptome reduzieren, sondern an der Ursache - nämlich der Entzündung - ansetzen.

Dr. Sharon Plank empfiehlt u.a. folgende Mittel:

  • Chondroitinsulfat
  • Glucosaminesulfat
  • Calcium und Vitamin D3
  • Ingwer und Kurkuma
  • Omega-3
  • Grüner Tee

Weitere Ergänzungen, die je nach Fall in Betracht kommen, sind:

  • SAMe
  • MSM
  • Brennessel
  • Bromelain
  • Vitamin E
  • Teufelskralle

Sie sollten jedoch beachten, dass einige dieser Supplemente auch Nebenwirkungen haben können - vor allem in der Kombination mit anderen verschreibungspflichtigen Medikamenten.

Falls Sie also regelmäßig Medikamente zu sich nehmen, sollten Sie die Einnahme dieser Nahrungsergänzungsmittel mit ihrem behandelnden Arzt besprechen. Am besten ist es, wenn ihr Arzt auch eine naturheilkundliche Ausbildung hat, zum Beispiel ein Arzt für Naturheilverfahren.

Glucosamin und Chondroitin gegen Gelenkschmerzen

Glucosamin kommt natürlicherweise in unserem Gelenksknorpel vor und hilft dabei, unsere Gelenke gesund und geschmeidig zu halten. Als Nahrungsergänzungsmittel wird es vor allem aus den Schalen von Krustentieren gewonnen: also Garnelen, Hummern und Krabben. Glucosamin hilft beim Aufbau von Knorpelsubstanz und hilft somit, Gelenkschmerzen zu lindern und die Gelenke beweglich zu halten.

Chondroitin kommt ebenfalls in Knorpel und Knochen vor. Es reduziert Entzündungen im Gelenk, verbessert die Gelenksfunktion und verlangsamt das Fortschreiten von Arthrose. Die meisten Studien zu Chondroitin wurden an Patienten mit Kniearthrose durchgeführt.

Forscher führen die Wirkung von Chondroitin darauf zurück, dass es die stoßdämpfenden Eigenschaften von Kollagen verbessert und außerdem Enzyme blockiert, die beim Knorpelabbau beteiligt sind. Zusammen mit Glucosamin ist Chondroitin auch gut für die Gelenkschmiere und hilft, das Wasser im Knorpel zu binden, so dass dieser weich und geschmeidig bleibt.

Insgesamt ist die Studienlage zu diesen beiden Ergänzungen jedoch gemischt. Eine Analyse von 20 Studien mit 2.570 Patienten zu Glucosamin aus dem Jahr 2005 kam zu dem Ergebnis, dass Glucosamin zwar sicher sei, aber nicht wirkungsvoller als ein Placebo, um Schmerzen und Steifheit in Gelenken zu reduzieren und die Gelenksfunktion zu verbessern. Eine Überprüfung der Daten zu Glucosamin durch die Weltgesundheitsorganisation kam jedoch zu dem Schluss, dass beide Ergänzungen sowohl Arthrose bedingte Knieschmerzen lindern als auch die Gelenkfunktion verbessern.

Im Jahr 2006 fand eine von der National Institutes of Health finanzierte Glucosamin / Chondroitin-Arthritis- Interventionsstudie (GAIT) heraus, dass beide Supplemente in Kombination wirksamer waren als einzeln. Vor allem Menschen mit mittelschweren oder sogar starken Schmerzen, die durch Kniearthrose bedingt waren, berichteten von signifikantem Nutzen. Dabei war die schmerzlindernde Wirkung sogar einem entzündungshemmenden Schmerzmittel überlegen.

Im September 2008 wurden in einer Nachfolge-Studie Personen verglichen, die für weitere 18 Monate zusätzliche Supplemente oder Medikamente einnahmen. Alle diese Patienten hatten mittlere bis schwere Arthrose-Schmerzen. Nach zwei Jahren gab es keinen signifikanten Unterschied zwischen der Behandlungsgruppe und der Placebo-Gruppe.

Es gab jedoch einen leichten Trend zur Besserung bei Patienten mit leichterer Arthrose des Knies, die Glucosamin allein einnahmen - aber nicht genug, um endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen, so der leitende Forscher.

Robert Bonakdar, Direktor des Schmerzmanagements am Scripps Center for Integrative Medicine, stellt diese NIH-Studie jedoch in Frage und nennt sie „sehr fehlerhaft“. Das größte Problem, sagt er, ist, dass die Studie eine relativ ineffektive Form von Glucosamin getestet hat.

Glucosamin-Hydrochlorid ist in den USA leichter frei verkäuflich, aber Glucosaminsulfat wirkt besser bei der Linderung von Schmerzen, sagt Bonakdar.

Alle europäischen Studien über Glucosaminsulfat haben gezeigt, dass es wirksamer ist als Glucosaminhydrochlorid“, so Bonakdar. „Die Theorie ist, dass Glucosaminsulfat besser vom Körper absorbiert wird, möglicherweise weil es dem natürlichen Glucosamin des Körpers ähnlicher ist.“ Er rät seinen Patienten daher, unbedingt Glucosaminsulfat einzunehmen.

Er rät weiterhin, Glucosaminsulfat alleine einzunehmen - anstatt zusammen mit Chondroitin -, weil sich die beiden scheinbar gegenseitig behindern, erklärt Bonakdar. „Chondroitin scheint zu verhindern, dass Glucosamin absorbiert wird.“

Fazit: Sollten Sie nun Glucosamin oder Chondroitin einnehmen - oder nicht?

„Mit Glucosamin und Chondroitinsulfat versuchen Sie, Knorpel zu reparieren“, erklärt Plank. „Aber Knorpel(-schäden) sind nicht immer die Ursache für Arthrose-Gelenkschmerzen. Es ist sicherlich eine gute Idee, die Ergänzungen einmal für zwei bis drei Monate auszuprobieren, um zu sehen, ob sie anschlagen. Es ist eine mögliche Option, und viele Menschen schwören darauf“.

Das Thema wurde 2010 in einer Zusammenstellung von 10 Studien näher untersucht, in denen Glucosamin, Chondroitin oder beides auf Gelenkschmerzen und Röntgenbefunde bei Patienten mit Knie- oder Hüftschmerzen verglichen wurden. Die Forscher in dieser Studie fanden keinen Nutzen für beide Ergänzungen im Vergleich zu Placebo-Pillen.

Einige Experten sind jedoch skeptisch hinsichtlich der Genauigkeit dieser Ergebnisse und betrachten Glucosamin immer noch als sichere Alternative zu Medikamenten gegen Arthrose, insbesondere bei jüngeren, nicht übergewichtigen und weniger schwerwiegenden Fällen.

Kalzium für starke Gelenke und Knochen

Beim Thema Knochen kommen wir an Kalzium nicht vorbei, sagt Plank.

Kalzium ist jedoch nicht nur für die Knochen wichtig. Jedes Mal, wenn Ihr Herz pumpt oder ein Muskel sich zusammenzieht, benötigt Ihr Körper Kalzium. Deswegen ist ein ausreichender Kalizumspiegel lebensnotwendig.“

Wenn Ihr Körper zu wenig Kalzium hat, holt er sich das Kalzium aus den Knochen. Indem Sie genügend Kalzium entweder durch Ihr Ernährung oder über Nahrungsergänzungsmitteln zu sich nehmen, sorgen Sie für ausreichend Kalzium sowohl in Ihrem Blut und den Zellen als auch in den Knochen.

Die meisten Menschen benötigen 1.000 bis 1.200 Milligramm elementares Kalzium pro Tag und können dieses Kalzium leicht aus Milchprodukten (303 Milligramm in 1 Tasse Magermilch), angereicherten Säften und Nahrungsmitteln oder aus Nahrungsergänzungsmitteln beziehen.

Vitamin D3 – nicht nur fürs Immunsystem

Es ist seit langem bekannt, dass Vitamin D gesunde Knochen fördert, indem es ihnen hilft, Kalzium in die Knochen einzulagern. In Lebensmitteln ist es jedoch nur in sehr geringen Mengen enthalten. Der Körper produziert eine wichtige Form von Vitamin D – nämlich Vitamin D3 -, wenn die Haut dem Sonnenlicht ausgesetzt ist, erklärt Plank. Vitamin D3 ist seit längerer Zeit als Nahrungsergänzung erhältlich.

Eine Studie in Australien zeigte, dass Frauen, die während der Wintermonate Vitamin D3 und Kalzium zu sich nahmen, seltener unter Knochenschwund (Osteoporose) litten. Eine Forschungsgruppe in Großbritannien überprüfte neun Studien zu Vitamin D3. Es wurde berichtet, dass Menschen mit Osteoporose, die das Präparat eingenommen hatten, eine höhere Knochendichte aufwiesen als die Placebo-Gruppe.

„Das Bewusstsein für die Wichtigkeit von Vitamin D ist heutzutage bei den Menschen viel größer“, sagt Plank. „Ihr Körper braucht Vitamin D3 nicht nur für ein starkes Immunsystem. Wenn Sie nicht genügend Vitamin D3 haben, wird Ihr Körper auch kein Kalzium aufnehmen, welches er für die Gesunderhaltung von Knochen und Gelenken so dringend benötigt.“

Beachten Sie jedoch, dass die meisten Multivitamin-Präparate lediglich eine Dosis von 400 IE Vitamin D3 enthalten. Experten empfehlen jedoch eine Tagesdosis zwischen 4.000 IE und 5.000 IE für eine optimale Vitamin-D-Versorgung. Wenn Sie ein rezeptfreies Vitamin-D3-Präparat einnehmen, sollten Sie also zu Nahrungsergänzungsmitteln greifen, die als Tabletten verkauft werden und eine genügend hohe Dosis Vitamin D3 enthalten.

Ingwer gegen Entzündungen

Ingwer kommt seit Jahrhunderten in der chinesischen, japanischen und indischen Medizin zum Einsatz. Die Wurzeln und unterirdischen Stängel sind Ausgangsstoff für Pulver, Extrakte, Tinkturen, Kapseln und Öle. Ingwer, welches vor allem für seine entzündungshemmende Wirkung bekannt ist, soll auch gegen Arthrose und Gelenkschmerzen helfen.

Es gibt einige wenige wissenschaftliche Beweise für die positive Wirkung von Ingwer bei Arthrose. Eine Studie aus dem Jahr 2008 in der britischen Fachzeitschrift Food and Chemical Toxicology zeigte, dass Ingwer - neben vielen anderen positiven Eigenschaften - entzündungshemmend wirkt. Mindestens zwei weitere Studien haben ähnliche Wirkungen in Ingwerextrakt gefunden. Es ist möglich, dass getrockneter Ingwer, z.B. Gewürzpulver oder Ingwer-Kapseln, eine effektivere entzündungshemmende Wirkung als frischer Ingwer aufweisen.

Menschen, welche blutverdünnende Medikamente einnehmen oder sich demnächst einer Operation unterziehen, sollten jedoch bei der Einnahme von Ingwer vorsichtig sein, da Ingwer das Blutungsrisiko steigern könnte.

Kurkuma gegen Gelenkschmerzen und Steifigkeit

Die Kurkuma-Pflanze wächst in Indien und Indonesien, ihre Wurzeln (wenn sie gemahlen werden) dienen als Grundlage für das Curry Gewürz. Einer der vielen aktiven Bestandteile in Kurkuma ist Curcumin. Es wird in der traditionellen chinesischen Medizin und der indischen ayurvedischen Medizin zur Behandlung von Arthrose und Arthritis eingesetzt. Kurkuma soll Arthritis, Gelenkschmerzen, Entzündungen und Steifheit im Zusammenhang mit Arthritis reduzieren. Kurkuma ist auch für seine positive Wirkung auf den Verdauungstrakt bekannt.

Mehrere Studien haben gezeigt, dass Kurkuma entzündungshemmend wirkt, indem es das Immunsystem beeinflusst. In einer Studie aus dem Jahr 2006 war die vorbeugende Wirkung stärker als die therapeutische Wirkung bei bereits vorhandener Entzündung.

Eine Studie im Jahr 2009 verglich die Wirkstoffe von Kurkuma und Ingwer und fand dabei heraus, dass beide Pflanzen teilweise die gleichen Wirkstoffe enthalten. Forscher fanden außerdem heraus, dass es bei der Linderung der Symptome von Arthritis so effektiv ist wie 800 Milligramm Ibuprofen täglich.

Menschen, die Blutverdünner verwenden, sollten auch bei der Einnahme von Kurkuma vorsichtig sein, da Tierstudien zeigen, dass das Blutungsrisiko erhöht werden könnte. In wenigen Fällen kann es auch Bauchschmerzen verursachen.

Omega-3-Fettsäure (Fischöl)

Omega-3-Fettsäuren sind in Walnüssen, Sojaölen, vor allem aber in Kaltwasserfischen wie Lachs und Thunfisch enthalten. Fischöl ist eine hervorragende Quelle für Omega-3-Fettsäuren, die eine wichtige Rolle bei der Erhaltung gesunder Zellen im gesamten Körper spielen - einschließlich der Gelenke. Sie fördern auch die Produktion von Stoffen, die zur Bekämpfung von Entzündungen in den Gelenken, im Blutkreislauf und im Gewebe beitragen.

Aufgrund seiner entzündungshemmenden Eigenschaften wurde eine ganze Reihe von Untersuchungen durchgeführt, um die Auswirkungen von Omega-3-Fettsäuren auf die rheumatoide Arthritis sowie Osteoarthritis zu untersuchen. In mehreren Studien wurde über eine Verbesserung der Morgensteifigkeit sowie von Gelenkschmerzen berichtet, wobei bis zu drei Monate lang regelmäßig Fischöl ergänzt wurde.

Da Fischölergänzungen von echtem Fisch stammen, sind Belastungen mit Quecksilber, PCB und Pestizide ein Problem. Stellen Sie deswegen unbedingt sicher, dass Sie nur Marken kaufen, die getestet wurden und frei von solchen Pestiziden, PCBs und Quecksilber sind. Noch besser ist aus diesem Grund Krillöl, das frei von Pestiziden ist und bei außerdem keine Gefahr der Oxidierung (ranzig werden) besteht.

Achten Sie außerdem darauf, dass Fischölergänzungen sowohl DHA (Docosahexaensäure) als auch EPA (Eicosapentaensäure) enthalten. Experten empfehlen 1 bis 3 Gramm pro Tag - aber nicht mehr - DHA und EPA einzunehmen. Das sind normalerweise 3-10 Gramm Fischöl pro Tag. Am besten achten Sie aber auf das Etikett des Produkts, um den Gehalt von DHA und EPA zu prüfen.

Grüner Tee

Die Phytochemikalien in grünem Tee reduzieren nachweislich das Risiko von Herzerkrankungen – zumindest in Laborversuchen und Studien an Ratten.

Doch kann grüner Tee auch durch Arthrose und Arthritis verursachte Entzündungen lindern sowie den Abbau von Knorpel verhindern?

Einige erste Untersuchungen deuten darauf hin, dass dies der Fall ist. Weitere Studien sind aber notwendig, sagen Experten. Bis das vollständig geklärt ist, ist es sicherlich nicht schädlich - hat aber möglicherweise einen großen gesundheitlichen Wert -, täglich eine Tasse grünen Tee zu trinken.

Denken Sie jedoch daran, dass bei den meisten Studien, welche die schmerzlindernde Wirkung von grünem Tee untersuchten, täglich zwischen vier und sechs Tassen konsumiert wurden.

Die entzündungshemmenden Stoffe in grünem Tee sind übrigens auch noch in den entkoffeinierten Produkten vorhanden. Deswegen können Sie auch den entkoffeinierten grünen Tee verwenden, um die stimulierende Wirkung von regelmäßigem grünen Tee zu vermeiden.

Bromelain: ein Enzym gegen Entzündungen

Bromelain ist ein Enzym, welches aus der Ananaspflanze gewonnen wird. Es hilft bei der Verdauung von Proteinen, wenn es zusammen mit Nahrung eingenommen wird. Wenn es auf nüchternen Magen eingenommen wird, wirkt Bromelain als entzündungshemmendes Mittel – es verringert also auch Gelenkschmerzen sowie Schwellungen und fördert die Beweglichkeit.

Es gibt auch bereits einige wissenschaftliche Belege, dass Bromelain Schmerzen und Entzündungen lindern kann. Eine Studie zeigte, dass eine Kombination von Enzymen einschließlich Bromelain eine wirksame und sichere Alternative zu entzündungshemmenden Medikamenten für Menschen mit Kniearthrose sein kann.

Bevor Sie Bromelain einnehmen, sollten Sie jedoch sicherstellen, dass Sie keine Allergien gegen Ananas haben. Allergische Reaktionen können (durch Kreuzreaktionen) auch bei Personen auftreten, die bereits allergisch auf Ananas, Latex und Honigbienen sowie auf Birken-, Zypressen- und Gräserpollen reagieren.

Teufelskralle

Teufelskralle ist eine Pflanze, welche in der traditionellen südafrikanischen Medizin verwendet wird, um Gelenkschmerzen und Entzündungen sowie Rückenschmerzen und Kopfschmerzen zu lindern.

Auch wenn noch weitere Forschung nötig ist, gibt es bereits wissenschaftliche Hinweise, dass Teufelskralle Arthrose und Gelenkschmerzen reduzieren kann und dabei sogar ähnlich gut wirkt wie Medikamente, z.B. Ibuprofen oder Naproxen.

In einer Studie wurden 227 Menschen, die an Rückenschmerzen, Knie- oder Hüftarthrose litten, mit Teufelskrallenextrakt behandelt. Nach acht Wochen der Einnahme von täglich 60 Milligramm berichteten 50 bis 70% über Verbesserungen bei Gelenkschmerzen und Beweglichkeit. Das ist eine sehr hohe Ansprechrate.

In Studien an Tieren zeigte sich, dass Teufelskralle den Blutdruck und die Herzfrequenz beeinflussen kann, was theoretisch zu unerwünschten Nebenwirkungen führen könnte. Insgesamt zeigen Studien jedoch, dass die Einnahme von Teufelskralle sicher ist - zumindest wenn es nur kurzfristig für drei bis vier Monate und nicht länger eingenommen wird. Über Auswirkungen und mögliche Nebenwirkungen bei längerer Einnahme ist bisher noch nichts bekannt.

SAMe (S-Adenosyl-L-Methionin)

SAMe ist ein natürlich vorkommender Stoff im Körper mit vielfältiger Wirkung. Es führt angeblich zu verbesserter Beweglichkeit, dem Aufbau von Knorpel und zur Linderung von Symptomem bei Arthrose, Fibromyalgie , Bursitis , Sehnenscheidenentzündung , chronischen Rückenschmerzen und Depressionen.

In der Tat ist SAMe sehr wirksam bei der Verringerung von Arthrose-bedingten Entzündungen und Gelenkschmerzen. SAMe wirkt relativ schnell, manchmal sind bereits innerhalb von einer Woche positive Wirkungen spürbar. „SAMe ist zwar relativ teuer“, sagt Plank, „aber es wirkt sehr positiv auf den Knorpel und kann auch bei der Regeneration von Gelenken sehr hilfreich sein.“

Das Journal of Family Practice überprüfte 11 Studien zu SAMe und zeigte, dass es genauso effektiv ist wie entzündungshemmende Schmerzmittel, um Schmerzen zu lindern und die Gelenkfunktion bei Menschen mit Osteoarthrose zu verbessern. SAMe hat außerdem ein relativ geringes Risiko an Nebenwirkungen.

Um den maximalen Nutzen aus SAMe zu ziehen, sollten Sie sicherstellen, dass Sie auch genügend B-Vitamine - vor allem Vitamin B12, B6 und B9 (Folat) - zu sich zu nehmen.

MSM (Methylsulfonylmethan): knappe Studienlage

Die Schwefelverbindung MSM ist mittlerweile in aller Munde. MSM findet sich natürlicherweise im Körper von Menschen und Tieren, ist aber auch in Früchten, Gemüse und Getreide enthalten.

MSM wird eine lindernde Wirkung bei Gelenkschmerzen und Entzündungen nachgesagt. MSM enthält Schwefel, den der Körper zur Bildung von Bindegewebe benötigt. MSM scheint auch als schmerzstillendes Mittel zu wirken, indem es die Nervenverbindungen daran hindert, die Schmerzen in Form von Nervenimpulsen zu übertragen.

Eine 2006 durchgeführte Studie an 50 Erwachsenen mit Osteoarthritis am Knie zeigte, dass täglich 6.000 Milligramm MSM Schmerzen linderte und die körperliche Leistungsfähigkeit verbesserte - ohne größere Nebenwirkungen. Es wurden jedoch keine größeren Studien zu MSM mit Placebogruppe durchgeführt. So bedarf es noch weiterer Studien, um die Wirkung von MSM bezüglich Arthrose und Arthritis sicher nachzuweisen.

Brennnessel: Volksmedizin gegen Arthritis

Brennnessel ist eine stängelartige Pflanze, welche in Europa und Nordamerika zu Hause ist. Als Volksheilmittel gegen Arthritis-Symptome kommt sie eher in Europa und Australien zum Einsatz.

Die Blätter und Stängel der Pflanze werden zu Tee, Kapseln, Tabletten, Tinkturen oder Extrakten weiterverarbeitet. Manchmal sind auch ganze Blätter der Pflanze erwerblich. Brennnessel soll Entzündung, allgemeine Schmerzen sowie Gelenkschmerzen bei Arthritis lindern. Aber bitte nicht mit Brennnesselwurzel verwechseln, denn die wird eher für Prostata-Probleme verwendet.

Erste Ergebnisse deuten darauf hin, dass bestimmte Inhaltsstoffe in der Brennnessel-Pflanze für die entzündungshemmende und immunmodulierende Wirkung verantwortlich sind.

Eine deutsche Studie über Hox Alpha (ein neuer Brennesselextrakt) konnte eine Substanz identifizieren, die bei Gelenkserkrankungen entzündungshemmend wirkt. Eine türkische Studie zeigte, dass Brennnesseln schmerzstillend, antimikrobiell und außerdem gegen Geschwüre wirksam sind.

Die Ergebnisse, ob und inwieweit Brennnessel bei Arthritis wirksam ist, sind aber noch unklar und teilweise widersprüchlich, so dass hier weitere Forschung noch Licht ins Dunkle bringen muss.

Änderungen im Lebensstil

Beachten Sie aber, dass die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln nur ein Teil der Lösung ausmacht.

Mindestens genauso wichtig ist es, eventuell vorhandenes Übergewicht zu reduzieren, um die Belastung der Gelenke durch das eigene Körpergewicht zu vermindern.

Manche Menschen scheinen auch familiär belastet zu sein und neigen aufgrund ihrer erblichen Veranlagung vermehrt an Gelenkproblemen. Auch alte Sportverletzungen oder Überlastungsschäden, beispielsweise von Leistungssportlern, sind eine Mitursache.

Es gibt viele weitere Behandlungsmöglichkeiten, die für Sie in Frage kommen: z.B. Medikamente, Punktieren des Gelenks zum Ablassen von Gelenksflüssigkeit, Verwendung von Krücken zur Entlastung oder sogar eine Operation.

Die beiden wichtigsten Punkte, an denen Sie auch selbst etwas machen können, sind jedoch ihr Gewicht und die richtige Art der Bewegung.

Abnehmen

Adipositas erhöht nicht nur Belastung für Ihre Gelenke, sondern auch die Entzündungsbereitschaft und ist überhaupt für ihre Gesundheit schädlich. Es kommt auch zu einer schlechteren Durchblutung des Körpers, sagt Plank. „Das wiederum unterbindet die Blutversorgung aller Organe.“

Wenn Sie abnehmen, erhöhen Sie also die Durchblutung Ihres Gewebes und Ihrer Organe und entlasten gleichzeitig das schmerzende Gelenk – alles Faktoren, die letztendlich ihre Schmerzen lindern.

Bewegung

Regelmäßige Bewegungen und Übungen helfen Ihnen ebenfalls dabei, (falls nötig) Gewicht zu verlieren. Sie helfen auch dabei, die Beweglichkeit der Gelenke zu verbessern. Außerdem helfen regelmäßige körperliche Übungen dabei, die Muskeln zu stärken und das Gewebe zu erhalten, welche beide das Gelenk stützen, sagt Plank. „Physiotherapie , Massage , Wassergymnastik , sanftes Yoga und Tai Chi sind besonders empfehlenswert.“

Suchen Sie sich auf jeden Fall professionelle Beratung bezüglich der richtigen Art und Intensität der Übung für Ihren Körper.

Ernährung

Eine entzündungshemmende Diät ein weiterer Schlüsselfaktor, sagt Plank. „Wenn Sie viel verarbeitete Lebensmittel essen - das verpackte Zeug aus den Regalen der Lebensmittelgeschäfte – nehmen Sie automatisch eine große Menge der sogenannten Transfette zu sich.

Diese gesundheitsschädlichen entzündungsfördernden Fette kann der Körper nur schlecht verarbeiten. Schon gar nicht kann er sie dazu verwenden, um die so notwendigen Reparaturvorgänge anzustoßen.

Auch schnelle Kohlenhydrate, das sind solche mit einem hohen glykämischen Index, die den Blutzuckerspiegel besonders schnell anheben, fördern Schmerzen und Entzündungen. Beispiele für Lebensmittel mit hohem glykämischen Index sind Pommes frites, bestimmte Getreidearten wie Cornflakes oder Snacks wie beispielsweise Brezeln. Auch zu viele Omega-6-Fettsäuren können Schmerzen und Entzündungen fördern. Sie sehen also, wie wichtig eine gesunde Ernährung bzw. das Vermeiden von gesundheitsschädlicher Nahrung für Sie und Ihren Körper ist.

Stattdessen sollten Sie besser zu Vollkornprodukten, Bio-Obst und Bio-Gemüse greifen, und viel viel Omega-3-Fettsäuren. Omega-3-Fettsäuren bekommen Sie beispielsweise von Leinsamenöl, fettem Fisch (Lachs, Thunfisch) oder Walnüssen. Für ein gesundes Gleichgewicht sind aber auch eine (geringe!) Menge an Omega-6-Fettsäuren (Pinienkerne, Sonnenblumenkerne, Pistazien) und Omega-9-Fettsäuren (Olivenöl, Avocados, Erdnüsse, Mandeln) notwendig.

Mit diesem ganzheitlichen Ansatz, der sowohl Ernährung (incl. Nahrungsmittelergänzung und Heilpflanzen) sowie Gewichtsmanagement und die richtige Art der Bewegung umfasst, haben Sie sehr gute Chancen, ihre Probleme und Schmerzen, die durch Arthrose oder (rheumatoider Arthritis) in den Griff zu bekommen.

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